Bahnhofsmission Kassel-Wilhelmshöhe

Menschen zur Seite stehen, auf Augenhöhe und in Liebe

von | Mrz 15, 2024 | Archiv

17. MÄRZ 2024
Gedanken zum 5. Sonntag der Passionszeit
„Schaffe mir Recht, Gott!“ Psalm 43,1

Gebet in Zeiten von Bedrängnis „Schütze mich vor falschen Freunden und Menschen, die es nicht gut mit mir meinen“

Wer kennt es nicht, dass Gefühl verlassen zu sein, Unrecht zu erfahren, Menschen, von denen wir dachten, sie würden zu uns stehen, lassen uns im Stich … . Was dann bleibt, ist das Gefühl von Ohnmacht, Einsamkeit und Verzweiflung.

Mir hilft es in Situationen, in denen ich mich ungerecht behandelt fühle, erst einmal meinen Gefühlen Raum zu geben. Wut, Enttäuschung, Selbstzweifel zuzulassen. Dann versuche ich meine Situation von außen zu betrachten. Wie konnte es so weit kommen? Was können die Beweggründe sein, dass Menschen, die mir nahestanden, nicht mehr zu mir stehen? Sind sie der Situation vielleicht nicht gewachsen? Es kann auch sein, dass für mich die Zeit gekommen ist, einen Bereich meines Lebens aufzugeben, mich von Freunden zu trennen. Alles hat seine Zeit. Für mich ist es wichtig, dass ich mich den Krisen meines Lebens stelle und versuche damit gut umzugehen. Bei der Sicht von außen kann es dabei hilfreich sein, Menschen, zu denen wir vertrauen haben, von der Situation und unseren Gefühlen zu erzählen. Ich versuche dann Schuldzuweisungen zu vermeiden, auch wenn dies oft nicht leichtfällt. Aber Übung macht ja bekanntlich den Meister. Und wir sind alle auf dem Lebensweg, der für jede*n andere Stolpersteine bereithält…

In meinem Leben bin ich (nicht nur einmal!) in Situationen hineingeraten, die mir sehr zu schaffen gemacht haben. Geschehen in christlichen Kontexten, in denen leider vieles unter dem „Deckmantel der Liebe“ nicht angesprochen werden durfte.

Es ist ein großes Gut dann Gott um Hilfe zu bitten und Schweres an ihn abgeben zu können. Und dennoch vorgefallenes Unrecht nicht zu verschweigen. Für mich sind meine Erfahrungen eine Aufforderung, Menschen in ähnlichen Situationen zu begleiten und Mut zu machen. Die Hoffnung weiterzugeben, dass Gott aus Schwerem, was wir durchleben auch Gutes erwachsen lassen kann. Dann können wir zu Wegbegleitern werden, die Menschen zur Seite stehen, auf Augenhöhe und in Liebe.

Anna Federmann

Co-Leitung Bahnhofsmission Elmshorn

Wiebke Turkat
Leitung Bahnhofsmission Elmshorn 

siehe unten

 

 

 

 

 

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